Haberler
Der Ton wird schärfer

Der Bürgerkrieg in Syrien droht sich zum Krieg mit der Türkei auszuweiten. Doch warum? Welche Rolle spielt Ankara in dem Konflikt? Fragen an Nail Alkan (Universität Ankara).

Schon seit Wochen liefern sich beide Länder Scharmützel an der gemeinsamen Grenze; immer wieder kam es zu Übergriffen, aber auch beschlagnahmten LKW-Ladungen, zu Problemen mit syrischen Flüchtlingen, die über die Grenze in die Türkei wollen. Der türkische Generalstabschef Necdet Özel drohte Syrien mit härteren Vergeltungsschlägen, falls der Beschuss nicht aufhöre.

Anfang der Woche verschärfte sich die Krise weiter: Türkische Jagdflieger zwangen einen syrischen Airbus zur Landung in Ankara. Nach Erkenntnissen des syrischen Geheimdienstes befanden sich Militärgüter an Bord. Die Ladung wurde beschlagnahmt. Damit wird auch Präsident Assads engster Verbündeter Russland mit hineingezogen - schließlich kam die Maschine aus Moskau.

Neue Stufe der Eskalation

Zwar ist eine Entspannung der Lage weiter nicht in Sicht, doch vor einem Krieg schrecken beide Seiten weiter zurück. Syriens Präsident Baschar al-Assad weiß, dass die Armee des NATO-Landes Türkei seiner eigenen weit überlegen ist. Und der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan würde zwar seinen einstigen "Freund" Assad lieber heute als morgen stürzen sehen.

Im Falle eines bewaffneten Konflikts müsste er jedoch mit innenpolitischen Problemen rechnen. Denn nicht alle Türken teilen Erdogans Sympathien für die von sunnitischen Muslimen dominierte Opposition.


12.10.2012
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