Tandem

Die historische, kulturelle, politische, wissenschaftliche oder künstlerische Begegnung oder Interaktion der Türken mit Deutschen und/oder Europäern umfasst eine Zeitspanne von mindestens tausend Jahren. Schriftliche Belege bezeugen, dass diese Begegnungen oder Interaktionen, in Bezug auf dialektisch-konstruktive Definition und Hervorlbildung des ‘Anderen’, sehr umfangreich, mehrdimensional und tief veranlagt waren. Dabei haben sich die Parteien in ihrem historisch-wechselseitigen Verhältnis, gegenseitig sowohl im positiven als auch im negativen Sinne stets ‘neu’ definiert und bestimmt.

Diese Interaktion wurde im 20. Jahrhundert, insbesonders durch die in den 60er Jahren im Rahmen von verzeichneten bilateralen Abkommen zweier Länder, d.h. zwischen der Türkei und Deutschland, durch die intensive Arbeitsmigration türkischer Staatsbürger in die BRD gebildet.

Es sind inzwischen ca. 50 Jahre vergangen. Zu Beginn der Arbeitsmigration wurden diese Menschen als “Fremdarbeiter” anschliessend als “Gastarbeiter”, schliesslich, jedoch mit einer etwas verallgemeinernden und negativen Betonung leider als “Ausländer” oder “Türken” bezeichnet. Heute werden diese Menschen, die in Deutschland leben, nicht mehr “Fremdarbeiter, Gastarbeiter, Ausländer oder Türken”, sondern als “Mitbürger” bezeichnet.

In den frühen 80 iger Jahren nahm die deutsche Regierung eine Rückkehrbeförderungspolitik auf, die die Rückkehr der türkischen Arbeitsmigranten in ihr Heimatland anregte und unterstützte. Darauf hin entschieden sich viele Menschen, mit der endgültigen Absicht, sich in ihr Heimatland niederzulassen, für immer zurückzukehren.

Seit den 90er Jahren ist jedoch dieser Rückkehrprozess, im Vergleich zu den hohen Quoten der 80er Jahre, erheblich zurückgegangen, sogar zum “Stoppen” geraten.

In diesem Kontext haben sich die Türken in Europa, insbesonders jedoch die Türken in Deutschland niedergelassen, und wurden in vieler Hinsicht auch sesshaft. Sie wurden –wie bereits o.g.- z.B. in Deutschland “Mitbürger” ihres Landes.

Obwohl heute in Bezug auf das Recht auf eine “Doppelte Staatsbürgerschaft” ‘gegenseitige’ Rechtsanordnungsprobleme existieren, hat der Begriff “Bürgerschaft” naturgemäss die gesellschaftlichen, rechtlichen, politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen etc. Rechte und Verantwortungen der Bürger mit sich gezogen. Dieser Begriff hat die Themen und Bereiche des demokratisch-friedlichen Zusammenlebens pluralisiert, diversifiziert und perspektivisiert.

Heute nehmen “deutsche Bürger türkischer Herkunft” im gesellschaftlichen, politischen, künstlerischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen u.a. Alltagsleben ihres Landes aktiv teil. Eventuelle Probleme zu den o.g. Bereichen und Themen werden zusammen mit ihren “deutschen Mitbürgern” festgestellt, hinterfragt und schliesslich mögliche, d.h. realisierbare Lösungswege gesucht. Diese Interaktion wird sich naturgemäss fortentwickeln. Ohne Zweifel sollte sich das normale, fortbringende, friedlich-demokratische, interkulturelle Niveau des kulturellen Zusammenlebens stets konstruktiv vertiefen und verbessern.

Die Türkisch-Deutschen Beziehungen sind, wie bisher öfters betont, aus historischen, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gründen, eine “Sonderbeziehung”. Es wird erwartet, dass sich der Status oder der Rang dieser Sonderbeziehung konstruktiv auf den Vollmitgliedschaftsprozess der Türkei in die EU umsetzt, bzw. beiträgt.

Genau hierzu hat sich TANDEM das Ziel gesetzt, bzw. lädt dazu ein, zwischen türkischen Staatsbürgern, die aus irgendwelchen Gründen aus Deutschland oder aus Europa in die Türkei remigriert sind oder an eine Remigration Denken (remigrieren wollen, und europäischen Staatsbürgern türkischen oder deutschen Herkunfts, die in der Türkei oder in Deutschland leben (wollen), zu vermitteln, aus gegenseitigen Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen, und eventuelle gemeinsame Problemen unserer Zeit zu analysieren, aufgrund von Toleranz und gegenseitigem Verständniss zu hinterfragen, Lösungsvorschläge zu entwickeln und/oder mögliche Lösungswege zusammen zu suchen. Dabei diverse Initiativen wie z.B. zu Versammlungen, Konferenzen, Seminare und Ausbildungs- oder Orientierungsaktivitäten greifen, bzw. zu veranstalten, um freundschaftliche, interkulturelle Zusammenarbeit, Solidarität und Kommunikationen und Interaktionen einzuführen, zu fördern, auf welchem Erdfleck sie sich gerade befinden mögen.

Für diejenigen, die sich durch diesen für eine kurze Darstellung des TANDEM gedachten Text betroffen, jedoch nicht zureichend informiert fühlen, bzw. denken, haben wir eine Web-Seite: www.tandem.org.tr bereitgestellt. Darin werden Sie neben den Satzungen in türkischer und deutscher Sprache, Formulare und Voraussetzungen für Ihre mögliche Mitgliedschaft, die vermittels TANDEM interaktiv laufenden, zukünftig laufen werdenden Projekte und Aktivitäten auffinden. Darüber hinaus werden Sie aktuelle, umfassende, originelle Studien, Analysen, Statistiken, kurz eine umfassende Informations –und/oder Datenbank, sowohl zu den hier umrissenen, als auch zu den folgenden Themen finden: a) im allgemeinen zum Thema Türkei-EU Beziehungen, b) im besonderen zum Thema Türkei-Deutschland, bzw. zum Thema Türkisch-Deutsche-Bürgerschaft im weitesten Sinne, finden.

Der wichtigste Beitrag für TANDEM wäre, ausser Ihrer finanziellen Unterstützung und Ihren eventuellen Spenden, als ein aktiver Mitglied, diese hier kurz dargestellten Brücken, Themen, Kommunikationen und Interaktionen zusammen zu ermöglichen, zu bestimmen, zu entwickeln und schliesslich zu verwirklichen.


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